März 13th, 2012 at 12:12 by admin

Das Bausparen hat in Deutschland schon eine recht lange Tradition. Bereits Anfang des 19. Jahrhunderts bildeten Arbeiter und Angestellte größere Sparer-Gemeinschaften, um ihren Traum vom Wohnen im eigenen Haus zu verwirklichen. Bis heute hat sich dieses System bestens bewährt und deshalb hat sich am damaligen Grundprinzip auch nicht viel geändert. Bausparkassen übernehmen die gesamte Organisation und vier grundsätzliche Bausparphasen bestimmen den Ablauf.

Die Erste ist die sogenannte Abschlussphase. Hier bestimmt der Bausparer den passenden Tarif und legt die gewünschte Bausparsumme fest. Je nachdem, wie hoch die monatliche Sparrate sein soll und wann das Geld letztendlich benötigt wird, werden auch die Kreditzinsen von Anfang an festgeschrieben, sodass später, bei der Rückzahlung der Darlehenssumme, eine absolute Zinssicherheit gegeben ist.

Nun wird regelmäßig eingezahlt. Viele Arbeitgeber gewähren auch heute noch mit dem monatlichen Lohn oder Gehalt einen Zuschuss zum Bausparvertrag ihres Arbeitnehmers. Diese Zuwendung wird vom Lohnbüro direkt auf das entsprechende Bausparkonto gebucht. Den „Rest“ zahlt der Bausparbesitzer. Je nach Einkommensverhältnissen und Familien-Status, kann der Staat nach Abgabe der Steuererklärung eine sogenannte Wohnungsbauprämie gewähren, die ebenfalls auf das Bausparkonto fließt.

Sind nun das festgelegte Mindestguthaben erreicht, eine entsprechende Wartezeit vergangen und alle im Vertrag festgeschriebenen Voraussetzungen erfüllt, erfolgt die letzte Phase, die Zuteilung. Dabei erhält der Kunde seine eingezahlten, verzinsten Beträge plus ein entsprechendes Darlehen zu den vorher festgelegten Konditionen.

Im Gegensatz zu normalen Immobilienkrediten bietet ein Bausparvertrag zahlreiche Vorteile. Obwohl man für seine Spareinlagen weniger Zinsen bekommt als auf dem freien Finanzmarkt, gleichen die sicheren und recht niedrigen Darlehenszinsen diesen Nachteil locker wieder aus. Außerdem hilft solch ein Vertrag, Steuern zu sparen. Sollten die Zinsen aus dem angesparten Geld nämlich den jährlichen Freibetrag übersteigen, erfolgt trotzdem keine zusätzliche Versteuerung. Auch die staatlichen Zuschüsse darf man nicht vergessen und positiv bewerten.

Allerdings sollte man sich vorher genau überlegen, ob man einen Bausparvertrag wirklich benötigt. Um alle Vorteile genießen zu können, muss man ihn nicht unbedingt für einen Neubau verwenden. Auch eine Renovierung, Um- oder Ausbau der eigenen vier Wände können damit bezahlt werden, ohne dass Abstriche gemacht werden müssen. Wer jedoch nichts von alledem vorhat, sondern sich sein Guthaben nach Fristablauf einfach auszahlen lässt, hat ein vergleichsweise ungünstiges Geschäft gemacht.

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