November 8th, 2010 by admin

In Deutschland hat Sparen Tradition. Nicht nur bei Privatpersonen, sondern auch die Wirtschaft ist seit Langem von dieser Mentalität betroffen.

Privates Sparen

Sparen heißt Konsumverzicht. Dadurch wird Geld eher auf Sparkonten gelegt, als für die Befriedigung von Bedürfnissen verwendet. Sparen bringt Zinsen und – Spare in guten Zeiten, dann hast du was für die Not. Ein Spruch, den viele Erwachsene damals von ihren Eltern hörten und nun an die Kinder weitergeben.
Die Deutschen halten sich an diese Weisheit und sparen derzeit so viel wie seit 1993 nicht mehr. Über 15 Prozent legt der durchschnittliche Deutsche derzeit auf die hohe Kante.

Auswirkungen des Sparens

Die hohe Quote geht derzeit, nach einer Erhebung des Statistischen Bundesamts, mit einem Verzicht des privaten Konsums einher. Der private Konsum verringerte sich deshalb im ersten Quartal 2010 um rund 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Und das hat Einfluss auf das Wirtschaftswachstum – denn Geld, das nicht ausgegeben wird, kann von der Wirtschaft nicht verdient werden. Hier ist vor allem die Binnenkonjunktur betroffen.

Ein Trend mit Tradition

Deutschland ist das Land mit einer der höchsten Sparquoten. In den USA, als einer der wichtigsten Industrienationen weltweit, lag die Sparquote im gleichen Zeitraum bei unter drei Prozent. Auch in weiteren Ländern mit einem gleichwertigen Rang liegt die Sparquote deutlich niedriger.
Sparen und Verzicht wurden bereits in den Nachkriegsjahren propagiert. Die Altersvorsorge musste aufgebaut werden. Und schließlich entstanden dadurch Vermögen, aus den heute die Erbmillionäre resultieren. Und auch heute wird Sparen wieder gesellschaftlich notwendig. Dank Hartz IV und die Rentenkürzungen wird es immer wichtiger, wieder Geld auf die Seite zu schaffen – mit dem gleichen Hintergedanken wie nach dem Krieg: Altersvorsorge. Ob diesmal Millionäre aus dem Sparzwang resultieren, bleibt aber fragwürdig.