Februar 22nd, 2007 by admin

Der Verkauf von Gewerbe- und Privatkrediten ist mittlerweile zu einer Normalität geworden, denn Banken haben diese in Deutschland bereits tausendfach verkauft. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) ist dies auch ohne Einwilligung des Kunden möglich. Ursprünglich wurde befürchtet, dass das Bankgeheimnis durch dieses Vorgehen verletzt werden könnte, dies wurde allerdings verneint. Verkauft werden in erster Linie schwierige Kredite, durch welche immense Bearbeitungskosten und Risiken verursacht werden. Um diese Lasten loszuwerden, akzeptieren die Banken einen wesentlich geringeren Gegenwert. Die neuen Gläubiger besitzen jedoch nicht mehr Rechte als der ursprüngliche Gläubiger, dennoch sind diese auf Gewinnmaximierung fixiert. Im konkreten Fall ist davon auszugehen, dass Anschlussfinanzierungen verneint oder nur gegen immens hohe Zinsen gewährt werden. Oftmals werden auch nur möglichst schnell alle Sicherheiten verwertet.

Dieses Urteil erlangte zwar Rechtskraft, in der Praxis ist dieser Vorgang jedoch nach wie vor umstritten. Die so genannten “notleidenden Kredite” sind in dem Urteil zwar aufgeführt, allerdings werden für diese keine Kriterien genannt. Teilweise werden nämlich auch Kredite veräußert, welche die Anforderungen eines “notleidenden Kredites” nicht erfüllen. Grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden, die Vorschriften müssen dennoch beachtet werden. Käufer von Bankenkrediten setzen oftmals Zinsen fest, ohne dass diese eine Banklizenz besitzen, streng genommen ein rechtswidriges Vorgehen.